Neue Forschungsprojekte

Neue Forschungsprojekte für die Blechverarbeitung

Zwischen August und Dezember 2026 starten sechs neue Forschungsprojekte zu aktuellen Fragestellungen der Blechverarbeitung. Die Themen reichen von KI-gestützten Assistenzsystemen und automatisierter Inline-Messtechnik über neue Werkzeug- und Fügeverfahren bis zu innovativen Lösungen für Wasserstofftechnologie und Leichtbau.
Im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) bearbeiten Forschungseinrichtungen gemeinsam praxisrelevante Herausforderungen aus der Industrie. Die Ergebnisse stehen der gesamten Branche zur Verfügung und sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, neue Technologien wirtschaftlich einzusetzen.
Unternehmen sind herzlich eingeladen, die Vorhaben fachlich zu begleiten, eigene Erfahrungen und Anforderungen einzubringen und den Austausch mit den beteiligten Forschungsstellen zu nutzen. Die folgende Übersicht stellt die neuen Projekte, ihre Forschungsschwerpunkte und die jeweiligen Ansprechpartner vor.
Projektstart · 1. August 2026
Entwicklung eines Schraubassistenten für kaltformende Blechverschraubungen
FTM Dresden, IWU Dresden, LWF Paderborn · 04/125 – 01IF25304N
Kaltformende Schrauben sind im Anlagen- und Fahrzeugbau bewährt, ihre Auslegung ist jedoch komplex und für KMU oft eine Hürde. Das Projekt erforscht daher ein KI-gestütztes Assistenzsystem, das auf Basis von Experimenten und Simulationen verlässliche Empfehlungen zu Fügeparametern und Werkstoffkombinationen liefert – ohne Spezialwissen und zu reduzierten Entwicklungskosten.
Autonome Plug-and-Play-Inline-Vermessung im schnelllaufenden Mehrstufenumformprozess zur Werkzeugverschleißüberprüfung durch photometrische Stereoanalyse in beschichteten und unbeschichteten Produktionslinien
IGD Darmstadt, PtU Darmstadt · 06/125 – 01IF25319N
Das Projekt erforscht ein autonomes, plug-and-play-fähiges Inline-Messsystem, das mithilfe photometrischer Stereoanalyse Werkzeugverschleiß und Bauteilqualitätsabweichungen im laufenden Umformprozess frühzeitig erkennt. Der kostengünstige und flexibel einsetzbare Sensoraufbau macht die Lösung auch für kleine und mittlere Unternehmen zugänglich.
Fluiddynamisch aktivierte und skalierbar herstellbare Elektroden für die hocheffiziente Wasserstoffproduktion
Verbundprojekt · Kooperationspartner: DECHEMA
| TEILVORHABEN 1Entwicklung einer makroskopischen Elektrodenarchitektur und skalierbarer Umformverfahren PtU Darmstadt, VES Darmstadt · 51/225 – 01IF0082AE |
| TEILVORHABEN 2Oberflächentechnische Optimierung fluiddynamisch aktivierter Elektroden IBF Aachen, ICVT Clausthal · 52/225 – 01IF0082BE |
Das Verbundprojekt adressiert in zwei Teilvorhaben die Effizienzsteigerung der alkalischen Wasserelektrolyse durch optimierte Elektrodenentwicklung. Teilvorhaben I konzentriert sich auf makroskopische Elektrodengeometrien, die eine effizientere Gasblasenabführung ermöglichen und mit großserientauglichen Umformverfahren herstellbar sind. Teilvorhaben II optimiert die Elektrodenoberflächen durch skalenübergreifende Strukturierung und galvanische Katalysatorschichten, um Überspannungen zu reduzieren und die elektrochemische Aktivität zu steigern. Gemeinsam entsteht eine industriell skalierbare, kostengünstige Herstellungsroute, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen nutzbar werden soll.
Projektstart · 1. November 2026
Entwicklung eines Werkzeugsystems für Scherschneidwerkzeuge mit wendbaren Schnellwechselschneiden
IFU Stuttgart, IMA Stuttgart · 10/225 – 01IF25611N
Das Projekt überträgt das aus der Zerspanungstechnik bekannte Wendeschneidplatten-Konzept auf Scherschneidprozesse mit geschlossener Schnittlinie. Erforscht wird ein modulares Werkzeugsystem, das einen schnellen und kosteneffizienten Austausch verschlissener Schneidaktivelemente ermöglicht. Damit können Maschinenstillstandzeiten sowie Material- und Entsorgungskosten insbesondere für KMU in der Stanzindustrie signifikant reduziert werden.
Projektstart · 1. Dezember 2026
Erweiterung der Fügeeignung beim lackschonenden mechanischen Fügen
LWF Paderborn, IPA Stuttgart · 02/224 – 01IF25705N
Im Projekt sollen experimentell und numerisch die Einflussfaktoren beim Halbhohlstanznieten und Clinchen bereits lackierter Blechbauteile erforscht werden, um sowohl eine ausreichende Verbindungsfestigkeit als auch den Erhalt des Korrosionsschutzes sicherzustellen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden Vorhersagemodelle und eine praxisorientierte Anwendungsrichtlinie entwickelt, die insbesondere KMU der blechverarbeitenden Industrie, Systemlieferanten sowie Lohnlackierern und Lackherstellern zugutekommen.
Einsatz kombinierter Partikelschaum-Metall-Bauteile im Spannungsfeld zwischen NVH-Verhalten und Leichtbau im Automobil
IFUM Hannover, IPEK Karlsruhe · 05/125 – IGF 01IF25706N
Im Projekt soll ein leichtes Partikelschaum-Metall-Hybridbauteil entwickelt und bewertet werden, das durch die Kombination recyclebarer Partikelschäume mit Streckmetall oder Lochblech und integrierter Sickenstruktur eine steifigkeitsbasierte Reduzierung von Körperschall bei minimalem Masseeintrag ermöglicht. Ziel ist ein methodisches Merkblatt zur industriellen Umsetzung, das technische und wirtschaftliche Bewertungskriterien integriert und insbesondere KMU bei der Entwicklung NVH-optimierter Leichtbaustrukturen unterstützt.
















